
KAIROS – Künstliche Assistenzsysteme zur Integration, Reflexion und Organisation in der pädiatrischen Schmerz- und Palliativmedizin
Laufzeit: 01.01.2026 – 31.12.2028
Das Akronym KAIROS steht für „Künstliche Assistenzsysteme zur Integration, Reflexion und Organisation in der pädiatrischen Schmerz- und Palliativmedizin“. KAIROS schafft an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln eine forschungsgestützte, sichere und nutzer:innenzentrierte Testumgebung, in der KI-Anwendungen unter realitätsnahen, jedoch strikt von der realen Versorgung getrennten Bedingungen erprobt und wissenschaftlich reflektiert werden können.
Warum forschen wir?
Fachkräfte in der Versorgung von Kindern mit lebenslimitierenden Erkrankungen und chronischen Schmerzen stehen unter enormem Druck. Die Komplexität der Fälle und die emotionale Belastung sind hoch. Zudem zeigen Studien, dass 25–50% der Arbeitszeit durch Dokumentation, Koordination und administrative Tätigkeiten gebunden werden — mit gravierenden Folgen für die Versorgungsqualität, Arbeitszufriedenheit und Patient:innensicherheit.
Genau hier setzt das KAIROS-Projekt an: Es will Technologie so einsetzen, dass sie den Menschen dient und wertvolle Zeit für das Wesentliche zurückgewinnt.
Welche Ziele verfolgt KAIROS?
KAIROS verfolgt während der gesamten Projektlaufzeit keine Einführung von KI in der realen Versorgung. Vielmehr geht es darum, gemeinsam zu verstehen, wie KI funktionieren kann, wo Chancen und Risiken bestehen und welche Bedingungen geschaffen werden müssten, bevor über eine Anwendung im realen Versorgungskontext nachgedacht werden kann. Versorgende sollen sich sicher an KI-Anwendungen „herantasten“ und gezielt KI-Kompetenzen aufbauen können.
KAIROS legt somit eine wichtige Grundlage für eine zukünftige Integration von KI-Anwendungen in die reale pädiatrische Schmerz- und Palliativversorgung. Langfristig sollen so nicht-patientennahe Tätigkeiten wie Dokumentation, Koordination und Administration durch intelligente Automatisierung und Prozessoptimierung messbar reduziert werden.
Wie läuft KAIROS ab?
Das Projekt umfasst einen dreijährigen, strukturierten Innovationsprozess, der sich in drei inhaltliche Dimensionen gliedert. Diese überschneiden sich zeitlich und sind sinnvoll miteinander verzahnt.
- Grundlagen schaffen: Aufbau der Testumgebung
In der KI-Sandbox — einer internen, abgesicherten digitalen Umgebung — können KI-Anwendungen in praxisnahen Szenarien risikofrei von Versorgenden verschiedener Berufsgruppen erprobt und anschließend strukturiert reflektiert werden.
Ergänzend erfolgt eine Integration der digitalen KI-Sandbox in den realen Simulationsraum SIRIUS, in dem typische Versorgungssituationen nachgestellt werden. Hier können interprofessionelle Teams praktisch erproben, wie sich KI-basierte Unterstützung in realitätsnahen Szenarien einfügen würde.
Die KI-Sandbox und der SIRIUS-Raum bleiben über das Projekt hinaus als dauerhafte Reflexions- und Lernumgebungen bestehen. - Wissenschaftliche Begleitforschung:
Diese geht der Frage nach, wie KI aus multiprofessioneller, organisatorischer und ethischer Betrachtung im klinischen Alltag wahrgenommen wird. Konkrete Fragestellungen beziehen sich beispielsweise auf
die Bewertung der Usability der KI-Sandbox sowie der Qualität und praktischen Nutzbarkeit der KI-Ergebnisse. - Integration und Verstetigung:
Der institutionelle Austausch zwischen Versorgung, IT, Ethik, Forschung und Projektleitung garantiert die Einhaltung des datenschutzrechtlichen und ethischen Standards. Zur nachhaltigen Sicherung der Projektergebnisse werden diese in Fortbildungsstrukturen eingebettet sowie in Form von Leitlinien und Standard Operating Procedures (SOPs) operationalisiert.
Wer sind die Kooperationspartner:innen?
Das Projekt wird in Kooperation mit Dr. Ausbüttel GmbH & Co. KG durchgeführt.