
Feed-bApp – Einfluss unterschiedlich (kosten)-intensiver Feedback-Funktionen einer pädiatrischen Schmerz-App auf die Versorgungsqualität
Laufzeit 2021 – 2025
Chronische, zum Teil schwer beeinträchtigende Schmerzen stellen bei Kindern und Jugendlichen ein häufiges Gesundheitsproblem dar. Für sie ist eine intensive und kurze Schmerztherapie mit medizinischen und psychosozialen Behandlungselementen derzeit die Therapie der Wahl. Während des stationären Aufenthalts erlernen Betroffene Strategien im Umgang mit den Schmerzen. Eltern werden als wichtige Komponente des sozialen Umfelds in die Schmerztherapie eingebunden. Nach der Entlassung müssen Kinder und Eltern das Erlernte eigenständig im Alltag anwenden, doch ist ein dauerhafter Behandlungserfolg aufgrund fehlender regelmäßiger Rückmeldungen oft gefährdet.
Hier setzte das Projekt Feed-bApp an: Eine von den Forschenden entwickelte App unterstützte Kinder und ihre Eltern über verschieden intensive Feedback-Funktionen bei der Schmerzbewältigung im Alltag. Die App war jederzeit und ortsunabhängig nutzbar und griff die digitale Affinität vor allem der jüngeren Zielgruppen auf. Die Forschenden führten eine multizentrische, randomisierte Wirksamkeitsstudie mit 400 Patientinnen und Patienten bis 18 Jahren sowie deren Eltern durch, um unterschiedliche Feedback-Intensitäten in Bezug auf die schmerzbezogene Beeinträchtigung und Therapiezufriedenheit analysieren zu können. Außerdem wurde untersucht, wie sich die App auf das Verhältnis zwischen Versorgern, Patientinnen und Patienten und deren Eltern auswirkte und ob die App zu einer Kostenreduzierung beitragen konnte.
Von der App erhofften sich die Forschenden einen positiven Einfluss auf den Behandlungsverlauf sowie eine geringere Inanspruchnahme nicht-inzidierter Gesundheitsleistungen und geringere Kosten für das Gesundheitssystem. Zudem sollten generelle Empfehlungen zum Einsatz von Feedback-Funktionen in Gesundheits-Apps formuliert werden. Die Übertragung der Erkenntnisse auf andere Bereiche der Gesundheitsversorgung ist möglich.
Beteiligte
Konsortialführung: PedScience Vestische Forschungs-gGmbH, Datteln
Konsortium: Kinderklinik Garmisch-Partenkirchen gGmbH, Klinikum der Landeshauptstadt Stuttgart gKAöR – Olgaspital, Universitätsklinikum Augsburg, Vestische Caritas-Kliniken GmbH, Private Universität Witten/Herdecke gGmbH, Barmer, Techniker Krankenkasse
Förderung: Das Projekt wird vom Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) gefördert.
Publikationen
Psychotherapy and Psychosomatics. 2026 Apr 8:1-18. | DOI: 10.1159/000551681
Anne Kitschen, Diana Wahidie, Dorothee Meyer, Lisa-Marie Rau, Ann-Kristin Ruhe, Julia Wager, Boris Zernikow, Dirk Sauerland
The Clinical Journal of Pain 40(5):p 306-319, May 2024. | DOI: 10.1097/AJP.0000000000001199